
Liebe Leute,
fast ein Jahr ist es her, dass in Göteborg ein sogenanntes Gipfeltreffen der Europäischen Union (EU) stattfand. Was Anlass genug
war, um auf die Strasse zu gehen gegen kapitalistische Verwertungslogik, Rassismus, Überwachung und die anderen Ungerechtigkeiten, die uns tagtäglich als etwas normales und natürlichgegebenes unter die Nase gerieben werden.
Auch wenn die Strukturen von Herrschaft und Ausbeutung weit komplexer sind (und sich nicht allein an
den einem oder anderen Gipfeltreffen verkürzt kritisieren lassen) ist
es richtig und wichtig eine radikale
Ablehnung des Bestehenden genau
dort zum Ausdruck zu bringen.
Wenn sich die reichsten Länder der
Erde treffen, um über eine einheitliche Witschafts- und Sicherheitspolitik zu beraten, ist das ein guter
Anlass den Widerstand dagegen global zu organisieren. In der Öffentlichkeit war das Geschrei groß als
die Demonstrationen die Spielwiese
des “legitimen” Protestes verließen
und sich mitunter zur Wehr setzten.
Welch ein Mißverständnis, als allerorten das Auftreten von “Gewalt”
beklagt wurde, geht es uns doch darum der Gewalt endlich eine Ende zu
setzen. Doch jene Verhältnisse die
Ausbeutung und Elend schaffen, die
davon leben und die Gewalt aus allen Poren schwitzen, empfinden kaputte Schaufensterscheiben auf ihren Prachtstrassen als ein weit
größeres Verbrechen.
Ein Verbrechen, das jene die die Gewaltfreiheit für sich beanspruchen
dazu legitimiert Jugendliche niederzuschießen. Nur durch Zufall starb
in Göteborg niemand.
Diese Broschüre wirft ein Licht auf
die Repression, die sich mit dem Beginn des “summers of resistance”
gegen die AktivistInnen richtete,
die in Schweden eingefahren sind.
Unabhängig davon was ihnen vorgeworfen wird, gilt ihnen unsere “uneingeschränkte Solidarität”.
Wir haben uns v.a. mit den Berlin/
Brandenburger Gefangenen beschäftigt und wollen nun etwas von den
Erfahrungen und Eindrücken die wir
dabei gesammelt haben weitergeben
und zur Diskussion stellen. Die Broschüre ist länger und umfangreicher
geworden als erwartet und hat sich
so zeitlich etwas verschoben. Sorry,
aber das Thema wird ja bestimmt
aktuell bleiben. Solange es Widerstand gibt, wird es auch Repression
geben. Ein guter Grund sich ständig
darüber auszutauschen und nicht
das Rad stets neu zu erfinden, wenn’s mal wieder passiert ist. Kein
Grund aber sich verrückt machen zu
lassen und in Paranoia zu verfallen.
Denn Solidarität hilft ja bekanntlich
siegen!
Viel Spaß beim Lesen wünscht
euer Solikomitee